Zempin --> Potsdam Hbf.


Die Ostsee läd zum morgendlichen Bad ein. Leider hält das Wetter nicht und ...



... Badeurlaub ist nur eingeschränkt möglich. Nachdem wir die üblichen Usedombeschäftigungen für diesen Fall

- ausführlicher Vergleich von Heringsdorf und Zinnowitz mit Hilfe der Bäderbahn
- Kulturveranstaltung im Niemeyer-Holstein Gedenkatelier (direkt neben unseren Zeltplatz)
- Peenemünde kannten wir leider schon

durch hatten, brach der psychische Notstand aus, da wir auch aufs Paddeln nicht mehr zurückgreifen konnten, dank ...



... konstant unwirtlichem Achterwasser.



Wir haben uns dann mit dem "Aggregat für physische und psychische Notfälle" geholfen und sind zumindest zum Brötchenholen bis zum Fischereihafen von Zempin motort - eine gute Gelegenheit die Festigkeit unserer Motorhalterung unter etwas extremeren Bedingungen zu testen (hielt). Zurück in unserer Bucht waren unsere Erfahrungen, wie es denn "draußen" sei, bei den dort liegenden Binnenschippern sehr gefragt. Wir haben den Jollenkreuzerfahren dann salomonisch geantwortet, das wir jetzt mit einem Kielboot rausfahren und dann sicherlich viel Spaß haben würden - wir wollten an nichts schuld sein, nachdem wir in vertrauteren Gesprächen mit Jollenkreuzerfahrern auf unserer Tour doch einige "Kiel-oben-Mast-im-Schlamm"-Geschichten gehört hatten.



Nach diesem abschließenden "Es-geht-also-doch"-Erlebnis konnten wir beruhigt den Heimweg antreten. Wir haben unser Gepäck wieder ins Boot getan und die 2km zur Bahnstation "umgetragen". Es erregte dann einiges Aufsehen bei den dort wartenden Touristen und Einheimischen, als wir unseren Kahn neben dem Bahnsteig zerlegt und eingepackt haben - selbst in Tourismusgebieten haben die Leute das Faltbootwandern nicht mehr auf dem Schirm. Auch bei unseren Campingplatzübernachtungen mussten wir einige Male in der Rezeption ausführlich erklären, wie es sein kann, dass man Zelt und Boot, aber kein Auto dabei hat. Das stört uns aber überhaupt nicht, zeigt es doch, dass man als Faltbootwanderer nicht Gefahr läuft, einem Trend aufzusitzen.

Wir konnten unseren Gepäckhaufen (60kg Gepäck + 30kg Boot) dann in den "UsedomExpress" einladen. Das ist ein Dieseltriebwagen, der in der Urlaubszeit täglich gegen Abend bis Potsdam Hauptbahnhof durchfährt. Der Triebwagenfahrer war sehr nett und hat uns sogar beim Einladen geholfen. Ganz im Stil der (Un-) Zeit muß man aber zwei Mal Fahrkarten kaufen, da die Usedomer Bäderbahn - obwohl Bahntochter - natürlich keine Fahrkarte bis Potsdam ausstellen kann. Also lauerte zweimal die Gefahr, für unseren Gepäckhaufen draufzahlen zu müssen. Mussten wir aber nicht - hatten ihn auch gut im ziemlich leeren Zug verteilt. Wir kamen dann zufrieden in Potsdam an (wir haben den Kram mit dem Auto nach Babelsberg gefahren: doch kein autofreier Urlaub) - alles hatte so etwa geklappt wie geplant und etliche schöne Eindrücke hinterlassen.